Artikel unter 'Übergangsangebot'

Die Problematik des Übergangsangebots

Die Stadt München verfügt derzeit über 16.409  Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren (Stand September 2013). Auch ist die Stadt bemüht weitere Betreuungsplätze zu schaffen. Da viele Einrichtungen sich im Neubau befinden, kommt es jedoch auch zu Problemen bei der Platzvergabe. Manchen Eltern werden Plätze in Einrichtungen zugeteilt, die erst noch eröffnen. Pech dann nur, wenn das Eröffnungsdatum nicht eingehalten wird. Was dann? Natürlich muss dies auch wieder sofort der städtischen Koordinationsstelle für Krippenplätze gemeldet werden. In der Regel wird man dann den akuten Betreuungsbedarf als dringlich melden. Hat man “Glück”, bekommt man in den zentralen Einrichtungen der Stadt ein Übergangsangebot. Fraglich nur, ob den Eltern ein solches Übergangsangebot aus Zeit- und Weggründen überhaupt zumutbar ist. Unabhängig von der örtlichen Lage dieser Übergangseinrichtung ist ein solches Hin- und Herschieben der Kinder zwischen den Einrichtungen sehr bedenklich. Wie wirkt es sich auf Kleinkinder aus, wenn sie nach zwei Monaten aus der Übergangskrippe wieder herausgerissen werden um sich in einer anderen Krippe sozial zu integrieren. Pädagogische Fachkräfte aus den Einrichtungen selbst, gehen von einer Eingewöhnungsphase von bis zu sechs Wochen aus, die –soweit dies möglich ist- zwei Wochen von den Eltern begleitet werden sollte. Dies allein zeigt schon, dass die ganze Platzvergabe letztlich auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird. Hierzu vertritt die Stadt München jedoch die Ansicht, dass in Großstädten auch Kinder sofort an eine gesteigerte Mobilität gewöhnt werden müssen. Das soziale Umfeld sei ja nicht auf den Umkreis der Wohnung beschränkt. Ein irrige Ansicht.

 

Patricia Richter, LL.M.

Rechtsanwältin

 

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